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RUNDGANG
DURCH DAS MITTELALTERLICHE PAMPLONA |
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DIE BURGFLECKEN PAMPLONAS Der älteste Siedlungskern Pamplonas befindet sich im heutigen Stadtteil Navarrería, der auch die Kathedrale beherbergt. Die Stadt beginnt zu wachsen, nachdem das Grab des Heiligen Apostels Jakob entdeckt wurde und Pamplona sich zu einer Durchreisestadt für die Pilger wandelte, die über den französischen Jakobsweg von den Pyrenäen kamen. Könige wie Sancho der Große und Heilige wie San Veremundo bemühten sich darum, den Pilgern ihren Weg durch Navarra zu erleichtern, indem sie den Bau von Brücken und Hospizen und die Befestigung der Wege förderten. Mit dem Strom der Durchreisenden kamen auch neue Siedler, mehrheitlich Franken, die begannen, sich in Pamplona, der ersten Stadt auf dem Jakobsweg, niederzulassen. |
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Die Beziehungen zwischen diesen drei “Burgflecken” waren stets gespannt und es kam sogar mehrmals zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Dies ist auch der Grund, warum die drei Siedlungen durch Verteidigungsmauern voneinander getrennt sind und ihre jeweiligen Kirchen gleichzeitig als Festungen dienten. Nach einigen vorausgegangenen Konflikten kam es im Jahr 1276 zum “Krieg der Navarrería" , der mit der Zerstörung dieser Siedlung und des Kreuzgangs der romanischen Kathedrale endete. Von den Verwüstungen dieser kriegerischen Auseinandersetzung erzählt der Chronist Guillermo Anelier aus Toulouse: “Da hättet Ihr sehen können, wie die Soldaten
von einem Ort zum anderen liefen; wie sie Särge öffneten und zerstörten,
wie sie Schädel aufschlugen, Köpfe zertrümmerten, Damen und Jungfern
misshandelten und die Krone vom Heiligen Kruzifix stahlen, die silbernen
Leuchten an sich nahmen und versteckten, Truhen öffneten und die Reliquien
raubten, die Kelche, Kreuze, Altare ......Und Ihr hättet die Navarrería
sehen können, derart zerschlagen, dass in einem Monat ihr kein Dach über
dem Kopf hättet finden können, im Gegenteil, Heu hättet Ihr machen können
oder Weizen säen.”. Die Befriedung und Vereinigung der drei Burgflecken wurde erst am 8. September 1423 erreicht, als König Karl III das Recht der Vereinigung verordnete, die Mauern zwischen den Siedlungen niederreißen ließ und dort, wo die drei Siedlungen zusammentrafen, das erste Rathaus, die Casa de la Jurería errichten ließ, genau an der Stelle, an der sich auch heute diese Einrichtung befindet. Die Navarrería und die Kathedrale Wir beginnen unseren Rundgang mit der Navarrería, in der sich auch die Kathedrale der Stadt befindet. Betrachtet man das Bauwerk von vorn, wird sein mittelalterlicher Charakter durch das Portal aus dem Übergang zum Neoklassizismus verdeckt, welches gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach den Entwürfen von Ventura Rodríguez errichtet wurde. Man muss jedoch nur nach links um das Gebäude herumlaufen, um vom San José Platz (1) das ursprüngliche Gepräge der Mauern der Kathedrale und einen seiner ebenfalls ursprünglichen Seiteneingänge aus dem 15. Jh. entdecken zu können. Es lohnt sich, die ruhige und zurückgezogene Atmosphäre dieses entzückenden Platzes zu genießen. Das älteste der Häuser, die ihn umgeben, stammt aus dem 16. Jahrhundert und trägt die Hausnummer 7. Es gehörte dem Musiker der Kathedrale. Aus Quadersteinen gebaut, wird es durch einen Spitzbogen am Eingang geschmückt. Gebaut wurde das Haus, nachdem die Arbeiten an der Kirche beendet waren. Gegenüber der Kathedrale befindet sich eine Sackgasse mit dem Namen "Salsipuedes" (Geh raus, wenn du kannst), die am Karmeliterkloster endet, dessen Fassade Ende des 19. Jahrhunderts von dem Diözesanarchitekten Florencio Ansoleaga gestaltet wurde. Der gleiche Architekt entwarf auch das Kloster der Siervas de María, das sich an der Ecke zur Redín Straße befindet (2). Wenn wir einen Blick in diese Straße werfen, sehen wir den Übergang, den die Nonnen benutzten, um die Straße zu überqueren, ohne dabei ihre Klausur zu brechen. Dieser romantischen Straße kann man bis zu den Stadtmauern folgen, jenem Ort, der unter dem Namen Rincón del Caballo Blanco – Ecke des weißen Pferdes (3) bekannt ist und der ebenfalls speziellen Charme hat. Hier befindet sich eine Gaststätte, das in den 60er Jahren nach mittelalterlichen Modellen erbaut wurde. Dabei wurden verschiedene Elemente alter Gebäude aus dem 15. Jahrhundert benutzt. Daneben wurde um die gleiche Zeit das Mentidero-Kreuz (1500) aufgestellt. DIE KATHEDRALE (4). Eine Besichtigung der Kathedrale sollte man nicht versäumen, denn sie ist einer der bedeutendsten Schätze der Stadt. Das gotische Gebäude ersetzte den vorherigen romanischen Tempel, der während des Kriegs der Navarrería (1276) schwer beschädigt wurde. Als erstes wurde der neue Kreuzgang erbaut, die Arbeiten dauerten das gesamte 14. Jahrhundert. Sein gotischer Stil weist starke französische Einflüsse auf. Besonders auffallend sind die bildhauerischen Arbeiten an den Türen zu den verschiedenen Dependenzen, wie z.B. die “Puerta del Amparo" oder die “Puerta Preciosa“. Thematisch wird auf beiden Türen Mariä Entschlafung dargestellt. Bevor man sich ins Innere der Kathedrale begibt, kann man die Barbazana-Kapelle, in der der Bischof Arnaldo de Barbazán (1318-1355) begraben ist und in der sich unter einer herrlichen Sternenkuppel die Marienstatue Virgen del Consuelo befindet, das Refektorium, in dem heute ein kleines Museum der Kathedrale untergebracht ist, die Küche und die ehemalige Getreidekammer besuchen, in der heute eine herrliche Elfenbein- und Goldschmiedesammlung befindet. Besonders zu erwähnen sind hier der Reliquienschrank des Heiligen Sepulcro mit Emaillearbeiten aus Limoges, ein Geschenk des Königs Ludwig von Frankreich, die Buchdeckel des Evangeliums der Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert oder der Reliquienschrank des Lignum Crucis. Wir betreten die Tür durch die Puerta del Amparo und sehen uns einem großen Bauwerk gegenüber, dass zum größten Teil im Laufe des 15. Jahrhunderts errichtet wurde und eine hohe formale und stilistische Einheit aufweist. Die Kathedrale von Pamplona diente seit der Wiederherstellung der Monarchie im Jahre 1390 als Pantheon der Könige Navarras, obwohl nach dem Einsturz ihrer Decken alle Grabstätten bis auf eine verloren gingen. Diese ist als Grabstätte des “Prinzesschens” bekant und befindet sich in der südlichen Kirchenwand, neben dem Amparo-Portal. Bewahrt werden konnte auch das Grabmal des Monarchen, der am direktesten am Bau des neuen gotischen Gotteshauses beteiligt war, Karl III, Edler von Navarra. Schon allein wegen dieser herrlichen Grabstätte gegenüber dem Presbyterium lohnt es sich, die Kathedrale zu besuchen. Das Werk wurde zwischen 1413 und 1419 von dem wahrscheinlich aus Paris angereisten Meister Johan Lome aus Tournai geschaffen. Für die Skulpturen benutzter er Alabaster aus Sastago und mit diesem Material stellte er mit absoluter Perfektion die Züge Karls III., die Schönheit seiner Ehefrau Leonor, die Herrlichkeit der Stoffe, mit denen sie gekleidet waren, dar. Neben diesem Werk sind im Presbyterium das Bild der Heiligen María la Real im romanischen Stil, die Altarbilder des Heiligen Thomas und des Cristo de los Caparroso aus dem beginnenden 16. Jahrhundert, zwei Altaraufsätze mit Bildhauerarbeiten von Francisco Jiménez Bazcardo und der schlichte romanistische Christus des Juan de Anchieta in der ehemaligen Johannespfarrkirche, wo der Altar von einem seinem Heiligen gewidmeten Altarbild dominiert wird, hervorzuheben. Einen Besuch sollte man auch der Sakristei abstatten, einer höfischen Oase im Rokokostil inmitten der gotischen Spiritualität, die dieses Gotteshaus insgesamt ausstrahlt. Der Burgflecken San Cernin Die Curia-Straße hinunter gelangt man zum Plaza Consistorial und von hier kommt man, der Mayor-Straße folgend zum ehemaligen Burgflecken San Cernin. PFARRKIRCHE SAN SATURNINO (5). Die ursprüngliche romanische Kirche wurde während einer der zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Burgflecken zerstört. Deshalb erbaute man eine neue Festungskirche, die 1277 fertiggestellt wurde. Die Kirche verfügte ursprünglich über einen Kreuzgang, der 1758 abgerissen wurde, um die Kapelle der Jungfrau del Camino zu errichten. Diese Kapelle spiegelt den prachtvollen Stil jener Epoche wieder, was auch darin seinen Ausdruck findet, dass paradoxerweise die Kapelle fast größer ist als die Kirche selbst. Beherrscht wird dieser barocke Raum von einem von Juan Martín de Andrés entworfenen Altaraufsatz. Einen genaueren Blick sollte man auf die beiden kleinen Statuen in den Nischen auf beiden Seiten des Sanktuars werfen, die die Immaculata und die Heilige Teresa darstellen. Sie stammen aus Neapel und kamen 1772 in die Kirche. Besonders auffallend ist neben der Feinheit und der Eleganz ihrer Bewegungen die außerordentliche Farbenprächtigkeit der Kleidung der Heiligen Teresa mit ihrem geblümten Umhang über dem braunen Ordenskleid der Karmeliterinnen. Der Vorhof ist eine historizistische Restauration, die der Diözesanarchitekt Florencio Ansoleaga 1907 durchführte. Hier findet man das Portal aus dem ausgehenden 13. bzw. dem beginnenden 14. Jahrhundert sowie die Grabstätte derer von Cruzat aus dem 15. Jahrhundert, die von dem Kreuzgang an diese Stelle verlegt wurde. Durch die Campana-Straße erreicht man die Cámara de Comptos (6), ein Zeugnis der einheimischen Architektur der Spätgotik, denn es handelt sich hier um ein ehemaliges Herrenhaus, dass im 16. Jahrhundert zum Rechnungshof des Reiches umgewandelt wurde. Durch das Portal mit Spitzbogen betritt man einen mit einem Tonnengewölbe überdachten Gang, der in einem kleinen Innenhof endet. Der San Francisco Platz (7) verdank seinen Namen dem Konvent der Franziskaner mit seiner Kirche und dem alten Gefängnis, das sich bis zu seinem Abriss nach der Säkularisation von Mendizábal im Jahre 1836 an dieser Stelle befand. Die Überlieferung erzählt, dass der Heilige Franz selbst bei der Gründung des ersten Klosters der Franziskaner mitwirkte, als er auf seiner Pilgerreise nach Santiago durch Pamplona kam. Offensichtlich war der friedliebende Heilige erschüttert über die ständigen Kämpfe zwischen den Burgflecken der Stadt und nahm daher einen Umweg nach Tudela in Kauf, um dort mit König Sancho el Fuerte zu sprechen und sich bei ihm für den Frieden zwischen den verschiedenen Siedlungen der Stadt einzusetzen. Der Burgflecken San Nicolás DIE KIRCHE SAN NICOLAS (8). 1276 brach ein erneuter Kampf zwischen den Burgflecken aus, bei denen die Kirche San Nicolás wieder beschädigt wurde. Zu Zeiten Karls III. des Edlen (1387 – 1425) wurden die Gewölbe der Vierung und der Apsis erneuert, was an den Wappen des Monarchen zu erkennen ist, die die Schlusssteine der Gewölbe schmücken. Die permanenten Konflikte führten dazu, dass die Verteidigungselemente der Kirche im 14. Jahrhundert verstärkt und ein neuer Turm gebaut wurde, der zum Friedhof der Pfarrei am San Nicolás Platz zeigte. Die ehemalige Wehrfunktion der Kirche wird auch an dem Rundgang um die Kirche deutlich. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird die erste Stadterweiterung Pamplonas eingeweiht und der Paseo Sarasate urbanisiert. Dabei werden umfassende Eingriffe am Äußeren der Kirche vorgenommen. Aus dieser Zeit stammen das Portal, das Pfarrhaus und ein neues Tor zur Promenade wird errichtet. All diese Reformen wurden von dem Architekten Ángel Goicoechea ausgeführt, obwohl ein großer Teil der Änderungen bereits von Florencio Ansoleaga geplant waren. Im Innern der Pfarrkirche befinden sich mehrere interessante Kunstwerke, so der Gekreuzigte aus dem 15. Jahrhundert oder die Statue des Heiligen der Kirche, San Nicolás, aus dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts. Darüber hinaus wurden in dem Gotteshaus eine Gruppe interessanter barocker Altaraufsätze bewahrt, aus denen die des Heiligen Michael, der Heiligen Ana, des Heiligen Mauro und des Heiligen Eloy aus dem Jahr 1721 hervorstechen. Sie sind ein Werk des Bildhauers Fermín de Larráinzar. Wie aus einer Inschrift an seinem Sockel hervorgeht, wurde der zuletzt genannte Altaraufsatz wurde von der Schustergilde von Pamplona gestiftet. Im Chor findet sich eine große Orgel aus dem Jahre
1769, die zusammen mit der der Kirche Santo Domingo die bedeutendste Orgel
der Stadt ist. |
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