Navarra als solches ist bereits ein Freilichtmuseum. Die Kunst, der Verlauf der Zeit, der Abwechslungsreichtum seiner Landschaften sind hier überall spürbar. Aber daneben gibt es natürlich noch hervorragende Museen und bald auch das von der Regierung Navarras geplante Mueseum für Zeitgenössische Kunst.

Am bedeutendsten ist in diesem Zusammenhang wahrscheinlich das Museum Navarras. Mitten im Stadtzentrum Pamplonas, auf der Anhöhe Santo Domingo, befindet sich das Gebäude, das einst das Hospital Nuestra Señora de la Misericordia beherbergte. 

   

   
Noch heute finden sich Hinweise darauf an der Fassade und in der Kapelle aus dem 16. Jahrhundert.

Das Museum beherbergt die unterschiedlichsten Kunstarten, die jedoch stets im Zusammenhang mit Navarra stehen, von der Archäologie bis zu futuristischen Tendenzen. In seinen Räumen findet man sowohl Dauer- als auch Wanderausstellungen. Die römischen, arabischen und romanischen Sammlungen können jedoch immer besichtigt werden.

Zu seinen Juwelen gehören die Porträts des Markgrafen San Adrián von Goya und Moratíns von Luis Paret, die spektakuläre hispanoarabische Schatulle aus dem Jahre 1005 aus dem Kloster von Leire und das herrliche Mosaik von Theseus mit dem Minotaurus.
     

In der Kathedrale von Pamplona ist das sensationelle Diözesanmuseum untergebracht, dessen Eingang sich in der Calle Dormitalería befindet. Es nimmt das ehemalige Refraktorium, die Küche und die Vorratskammer ein und weist ein eigentümliches Kreuzgratgewölbe auf.

Der Besuch führt uns auch in den herrlichen gotischen Kreuzgang der Kathedrale, die Barbazana-Kapelle und durch die übrige Kathedrale. 

Das Museum als solches umfasst wertvolle Beispiele sakraler Kunst mit Marienbildern,

   
Goldschmiedearbeiten,  und insbesondere den gotischen Relquienschreinen des Heiligen Sepulcro und des Lignum Cricis, dem Reliquienschrein der Heiligen Espina aus dem 15. Jahrhundert, die Fronleinammonstranz und ihr Tempelchen, sowie Kreuze aus verschiedenen Pfarrkirchen. Unter den Gemälden ist besonders das Altarbild von Peralta von Van Dyck hervorzuheben.

In Corella befindet sich das Museo de la Encarnación, das in dem gleichnamigen Kloster aus dem Jahre 1659 untergebracht ist. Hier können wir sakrale Kunst der Renaissance und des Barocks bewundern. Besondere Widmung findet hier der aus Corella stammende Maler Antonio González Ruiz (1711-1788). Er war der erste Direktor für Malerei an der Königlichen Akademie der Schönen Künste von San Fernando. 

Einige besonders herausragende Werke sind die Mystische Hochzeit der Heiligen Gertrudis und das Martyrium des Heiligen Plácido von Claudio Coello, die Büste des Heiligen Pedro Nolasco von Pier Antonio Colici und die Apothese Christi von Corrado Giacquinto.  

Im Museum von Roncesvalles werden Werke religiöser Kunst ausgestellt, die sich zu früheren Zeiten in der Königlichen Stiftskirche Santa María befanden. Besondere Aufmerksamkeit innerhalb der umfassenden Sammlung von Goldschmiedearbeiten wecken das versilberte  romanische Evangelarium, eine vergoldete Silberschatulle, der Reliquienschrein mit dem Schachspiel Karls des Großen aus dem 14. Jahrhundert und der Smaragd Miramamolins, der uns bis zur Schlacht von Navas de Tolosa zurückführt. Unter den Gemälden sticht die Schule El Boscos hervor, das Triptychon des Kalvarienbergs und die Heilige Familie von San Juan, ein Werk von Luis de Morales.

Sakrale Kunst finden wir auch im Museum des Klosters von Tulebras, wo man sich hauptsächlich auf die Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert konzentriert hat. Hier kann man den romanischen Turm mit seinen archäologischen Werken besichtigen und Kunstwerke wie die barockeVirgen de la Cama, das Altarbild mit der Darstellung des Marientods und ein Tafelbild der Heiligen Dreifaltigkeit  von Jerónimo Cosida bewundern.  

Das Museum Gustavo de Maeztu befindet sich in Estella, in dem früheren Palast der Könige Navarras oder Palast der Herzöge von Granada de Ega. Schon das Gebäude an sich lohnt den Besuch. Im romanischen Stil gehalten, bewahrt es ein historisches Kapitell, das den mythischen Roland im Kampf gegen den Riesen Ferragut darstellt.

Hier finden sich die Werke des aus Estella stammenden Schriftstellers und Malers Gustavo de Maeztu y Whitney (1887 - 1947). Seine Malereien stellen Frauen, Stilleben, Porträts und Landschaften dar. Außerdem illustrieren sie die Studien, die dieser Künstler seinerzeit anstellte. 

Das Ethnographische Museum von Arteta führt uns anhand in Vergessenheit geratener Gerätschaften in die Vergangenheit Navarras zurück. Gezeigt werden hier handwerkliche Geräte und Werkzeuge aus Eisen, Lehm oder Holz, Kleidung, Ackergeräte, etc. Das Museum befindet sich in dem alten Haus von Fanticorena aus dem Jahre 1668, das schon als solches sehenswert ist. Gründer und Direktor dieses Museums ist der bekannte Bildhauer José Ulibarrena. 

Eine Ausstellung besonderer Art, vor allem für Eisenbahnliebhaber, findet man in Castejón, neben dem Bahnhof der RENFE. Hier erfährt man, wie die Züge zu früheren Zeiten aussahen und kann sogar einen Feuerwehrwagen aus dem Jahre 1824 und Laternen aus vergangenen Epochen bewundern, ebenso wie Fotos von Zügen und Bahnhöfen. 

In Pamplona darf man einen Besuch des Planetariums nicht versäumen, in dem man sich neben den aktuellen Ausstellungen, die sich gerade in seinen Räumen befinden, die Weltallprojektion in der großen Kuppel ansehen sollte. 70, auf die Sterne gerichtete  Projektoren werfen ihre Bilder auf einen Durchmesser von 20 Metern. Es werden hier bis zu 9.000 Sterne erfasst.

Weitere Museen oder sehenswerte Orte, auf die wir in unseren Routenbeschreibungen hinweisen, sind das Wohnhaus und Museum von Julián Gayarre in Roncal, die Wallfahrtskirche von Eunate, die Burgen von  Javier und Olite, der Stadtwall von Rada, das Ökomuseum Molino in Zubieta, die Ausstellung in der Domäne Bértiz und in Tabar das Museum der Familie Pérez de Rada. In Pamplona befindet sich in der  Universität von Navarra das fotographische Erbe von Ortiz-Echagüe sowie das Museum der Naturwissenschaften mit mehr als 6.000 Ausstellungstücken; in der Calle Mercado findet man das Museum Pablo Sarasate und in der Calle San Fermín 12 eine Ausstellung von Vida Capuchina. In Petilla de Aragón kann man das Geburtshaus des Nobelpreisträgers Santiago Ramón y Cajal besichtigen.